| Neue Wege in der Sozialarbeit gehen |
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Gewalt, Scheidungs- und Migrationsprobleme oder Ärger in der Schule: Der Landkreis Soltau-Fallingbostel setzt weiterhin auf ein Hilfsangebot vor Ort, das sich an Kinder, Jugendliche und Familien richtet. In den Städten und Gemeinden haben sich so genannte „Sozialraum-Gremien“ gebildet, in denen Sozialarbeiter, Lehrer, Vereine, Jugendschützer oder die Polizei zusammenarbeiten. In Bad Fallingbostel und Bomlitz ist der gemeinnützige Verein Sozialpädagogische Hilfen Vier Linden Sozialraumpartner des Landkreises. Nach einer erfolgreichen Anlaufphase konnte dieser freie Jugendhilfe-Träger sein Angebot zwischenzeitlich auf vier Projekte, vier Mitarbeiter und 62 Wochenstunden ausweiten. Dabei verfolgen Bernd Oetzmann und seine Kollegen neue Wege in der Sozialarbeit. „Wir wollen präventiv, also schon vor einer Krise, am Ball sein“. |
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Bad Fallingbostel. Bevor Familien oder Jugendliche aus Lindwedel in eine vermeintlich unübersichtliche Behörde nach Bad Fallingbostel fahren, nutzen sie vielleicht eher eine Beratung in unmittelbarer Nähe. Angebote der Sozialraumpartner sind nicht institutionalisiert, das nimmt eine gewisse Scheu. Statt im Jugendamt kann eine Beratung zum Beispiel in den eigenen vier Wänden stattfinden – natürlich unterliegen die jeweiligen Ansprechpartner der Schweigepflicht. Nach der Einrichtung eines Familien- und Servicebüros in Bad Fallingbostel, wo es hauptsächlich um die Vermittlung von Tagespflegestellen für Kinder geht, und dem Freizeitprojekt Weinberg zusammen mit dem Verein für Jugendbetreuung Bad Fallingbostel beziehungsweise einem Elterncafé im Stadtteilbüro Weinberg und eine Alleinerziehenden-Gruppe, richtet sich die Konzentration gegenwärtig auf zwei neue Projekte: „Niko“ und „Opstapje“ – beide werden (teil)finanziert vom Land. Bei „Niko“ geht es um die Förderung der Kooperation im Sinne von Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen Jugendhilfe, Schule und Familie. Beim Sozialpartner Vier Linden in Bad Fallingbostel zeichnet Sabine Fischer für dieses Projekt verantwortlich. „Wir arbeiten mit allen Bad Fallingbosteler Schulen zusammen im Bereich von Gewaltprävention und Sozialtraining.“ Dazu gehören aber auch Aspekte wie Gesundheitsförderung (Zusammenarbeit mit Krankenkassen) und Lebens- und Berufsplanung. Ganz neue Wege beschreitet Antje Wittenberg mit „Opstapje“, was auf hollländisch soviel wie Schritt für Schritt heißt. Dieses Projekt wird erstmals im ländlichen Raum durchgeführt und ist ein gutes Beispiel für Niedrigschwelligkeit und Prävention. Das Spiel- und Lernangebot für Kleinkinder ab 18 Monaten richtet sich insbesonders an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Das Besondere daran: Es findet in der Wohnung der Kinder statt, das heißt, die Hausbesucherinnen blicken auch hinter die häuslichen und familiären Kulissen. Geschulte Laienhelferinnen – am liebsten aus ähnlichem sozial-kulturellen Hintergrund – finden schnelleren und besseren Zugang zu den Familien. Besonders ausgesuchte Bücher und Spielmaterialien werden mit in die Familien genommen – und dort gelassen. Ziel und Zweck: Eltern sollen in ihren Erziehungskompetenzen gestärkt werden, um eine altersgemäße Förderung und Entwicklung der Kinder zu gewährleisten. Weitere Infos gibt Antje Wittenberg im Stadtteilbüro am Weinberg, E-Mail: A.Wittenberg@4Linden.de, Tel. (05162) 985573. |


